"Beyond Java" (Bruce A. Tate)
Ohne einen Anspruch auf ein fundiertes Literatur-Review hier mal mein erster Versuch einer Buchbesprechung. Ein Kollege, der im übrigen ziemlich fit in Java und Software-Architektur ist, hat mir obiges Buch ans Herz gelegt.
Im großen und ganzen enthält es Meinungen verschiedener bekannter Java-Entwickler über den aktuellen Stand und die Zukunft von Java als Programmiersprache. Kurze Essenz: Java sei als Programmiersprache für die normale Webanwendungsentwicklung zu komplex geworden. Statt dessen sollte für den Standard Anwendungsentwicklungsfall "Webanwendung auf Datenbank" über Alternativen nachgedacht werden. Es geht also um die Betrachtung potenzieller Nachfolgekandidaten für Java - aber nur in diesem begrenzten Szenario.
Dass dabei Ruby - insbesondere in Verbindung mit dem Webanwendungs-Framework Rails - nicht fehlen darf und sogar die Motivation zu diesem Buch darstellt, ist angesichts des aktuellen Hypes um diese in Japan enstandene Programmiersprache nicht verwunderlich.
Ich war ja etwas skeptisch. Bei neuen Programmiersprachen sowieso. Wahrscheinlich nicht gerade die besten Voraussetzungen für meine persönliche Weiterentwicklung. Aber wenn mich etwas Neues überzeugt (bzw. jemand anderes von etwas Neuem überzeugt ;o) ), kann ich es auch sehr schnell umsetzen und weiter geben. Auch wenn ich schon einiges über Ruby gelesen habe, hat mich daher erst der Hinweis von meinem Kollegen dazu animiert, mich überhaupt erst mit Ruby zu befassen.
Der Autor ist vorher bereits durch das Buch "Better, Faster, Lighter Java" in Erscheinung getreten und daher auch kein unbeschriebenes Blatt, was die Beurteilung von Java-Features angeht. Seine Meinung von Java ist stark geprägt von einer sehr großen Erfahrung im Consulting im Bereich Java-Anwendungsentwicklung. Ihm kann man in Sachen Java also keine mangelnde Fachkompetenz unterstellen.
Außerdem dringt aus jeder Zeile eine große Leidenschaft für Java hervor - er versucht also nicht, Java schlecht zu machen, sondern zeigt ziemlich objektiv die Schwächen von Java im Bereich Anwendungsentwicklung auf.
Als größte Schwäche kommt hier m. E. zum Tragen, dass der Fokus von Java und dem zugehörigen JCP sich immer mehr in Richtung serverseitige Programmierung verschoben hat. Die Produktivität im Bereich Anwendungsentwicklung hingegen ist durch die Komplexität der APIs und der Fülle an benötigten Frameworks aber immer weiter gesunken.
Produktivität bei der Anwendungsentwicklung sei aber heute das Maß der Dinge im schnelllebigen Internet-Markt und Java hat hier seiner Meinung nach den Anschluss verloren.
Aus den aufgestellten Schwächen der aktuellen Java 5 Version heraus abgeleitet stellt er eine Liste von Kriterien auf, die ein potenzieller Java-Nachfolger in diesem Bereich haben sollte. Dabei werden Konzepte wie Static/Dynamic Typing oder Strong/Weak Typing, Closures, Continuations usw. beleuchtet.
Int3eressanteweise geht er gerade mit den Features von Java, die in die neue version Einzug gehalten haben, um Java für die Zukunft zu rüsten (Generics, Auto-boxing) ziemlich hart ins Gericht - was man aber letzten Endes durch seine immer sehr guten Begründungen relativ schnell nachvollziehen kann.
Das ganze Buch ist gespickt mit Interviews mit aktuellen oder ehemaligen Java-Experten, über die man auch sehr viele Hintergrundinformationen zu Java und dem aktuellen Entwicklungsprozess sowohl in der Java- als auch speziell der Webanwendungsentwicklungs-Community erhält.
Ich bin ja seit meinem Kontakt mit der JSF-Spezifikation sowieso ein wenig ein gebranntes Kind, was den Java Community Process angeht. Aus meiner Sicht entstehen hier überwiegend von der Software-Industrie getriebene Kompromisse auf Kosten der Bedürfnisse des Markts geschlossen.
Das Buch ist also auch zur Erweiterung des eigenen Horizonts eine interessante Lektüre - mir hat sie an einigen Stellen die Augen geöffnet.
Außerdem ist das Buch nicht sehr dick und liest sich daher an einigen Tagen durch. Bei mir stauben die sonst üblichen 400+ Seiten Wälzer immer ungelesen ein - dieses Buch habe ich von der ersten bis zur letzten Seite verschlungen!
Im großen und ganzen enthält es Meinungen verschiedener bekannter Java-Entwickler über den aktuellen Stand und die Zukunft von Java als Programmiersprache. Kurze Essenz: Java sei als Programmiersprache für die normale Webanwendungsentwicklung zu komplex geworden. Statt dessen sollte für den Standard Anwendungsentwicklungsfall "Webanwendung auf Datenbank" über Alternativen nachgedacht werden. Es geht also um die Betrachtung potenzieller Nachfolgekandidaten für Java - aber nur in diesem begrenzten Szenario.
Dass dabei Ruby - insbesondere in Verbindung mit dem Webanwendungs-Framework Rails - nicht fehlen darf und sogar die Motivation zu diesem Buch darstellt, ist angesichts des aktuellen Hypes um diese in Japan enstandene Programmiersprache nicht verwunderlich.
Ich war ja etwas skeptisch. Bei neuen Programmiersprachen sowieso. Wahrscheinlich nicht gerade die besten Voraussetzungen für meine persönliche Weiterentwicklung. Aber wenn mich etwas Neues überzeugt (bzw. jemand anderes von etwas Neuem überzeugt ;o) ), kann ich es auch sehr schnell umsetzen und weiter geben. Auch wenn ich schon einiges über Ruby gelesen habe, hat mich daher erst der Hinweis von meinem Kollegen dazu animiert, mich überhaupt erst mit Ruby zu befassen.
Der Autor ist vorher bereits durch das Buch "Better, Faster, Lighter Java" in Erscheinung getreten und daher auch kein unbeschriebenes Blatt, was die Beurteilung von Java-Features angeht. Seine Meinung von Java ist stark geprägt von einer sehr großen Erfahrung im Consulting im Bereich Java-Anwendungsentwicklung. Ihm kann man in Sachen Java also keine mangelnde Fachkompetenz unterstellen.
Außerdem dringt aus jeder Zeile eine große Leidenschaft für Java hervor - er versucht also nicht, Java schlecht zu machen, sondern zeigt ziemlich objektiv die Schwächen von Java im Bereich Anwendungsentwicklung auf.
Als größte Schwäche kommt hier m. E. zum Tragen, dass der Fokus von Java und dem zugehörigen JCP sich immer mehr in Richtung serverseitige Programmierung verschoben hat. Die Produktivität im Bereich Anwendungsentwicklung hingegen ist durch die Komplexität der APIs und der Fülle an benötigten Frameworks aber immer weiter gesunken.
Produktivität bei der Anwendungsentwicklung sei aber heute das Maß der Dinge im schnelllebigen Internet-Markt und Java hat hier seiner Meinung nach den Anschluss verloren.
Aus den aufgestellten Schwächen der aktuellen Java 5 Version heraus abgeleitet stellt er eine Liste von Kriterien auf, die ein potenzieller Java-Nachfolger in diesem Bereich haben sollte. Dabei werden Konzepte wie Static/Dynamic Typing oder Strong/Weak Typing, Closures, Continuations usw. beleuchtet.
Int3eressanteweise geht er gerade mit den Features von Java, die in die neue version Einzug gehalten haben, um Java für die Zukunft zu rüsten (Generics, Auto-boxing) ziemlich hart ins Gericht - was man aber letzten Endes durch seine immer sehr guten Begründungen relativ schnell nachvollziehen kann.
Das ganze Buch ist gespickt mit Interviews mit aktuellen oder ehemaligen Java-Experten, über die man auch sehr viele Hintergrundinformationen zu Java und dem aktuellen Entwicklungsprozess sowohl in der Java- als auch speziell der Webanwendungsentwicklungs-Community erhält.
Ich bin ja seit meinem Kontakt mit der JSF-Spezifikation sowieso ein wenig ein gebranntes Kind, was den Java Community Process angeht. Aus meiner Sicht entstehen hier überwiegend von der Software-Industrie getriebene Kompromisse auf Kosten der Bedürfnisse des Markts geschlossen.
Das Buch ist also auch zur Erweiterung des eigenen Horizonts eine interessante Lektüre - mir hat sie an einigen Stellen die Augen geöffnet.
Außerdem ist das Buch nicht sehr dick und liest sich daher an einigen Tagen durch. Bei mir stauben die sonst üblichen 400+ Seiten Wälzer immer ungelesen ein - dieses Buch habe ich von der ersten bis zur letzten Seite verschlungen!

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